Freitag, 15. Juni 2012

Wells Gray PP

Ich hatte Glück: nach dem tagelangen Regen zuvor, war dieser Tag im Park direkt nördl. von Clearwater fast trocken, teilweise sogar sonnig. Perfekt: genau zu meiner Wanderung zum idyllischen Placid Lake schien die Sonne :) Dort hab ich ein paar Angler getroffen.

Nicht so perfekt: kurz zuvor hatte ich eine echte Schrecksekunde. Ich war auf dem Weg zu einem Ausguck und war so mit den nun zahlreicher werdenden Mücken beschäftigt, dass ich den Schwarzbär vor mir nicht bemerkt habe.

Ich hörte es nur auf einmal laut Schnaufen und sah keine 20m von mir entfernt einen Bären, der ca. 2m einen direkt am Weg befindlichen Baum rauf geklettert war und mich fixierte. Vermutlich hat er einen ähnlichen Schrecken wie ich bekommen und ist in einem Reflex einfach den Baum rauf geflüchtet. Das kann echt böse ausgehen, denn einmal in dieser Position kann er ja nicht weiter weglaufen - nähert man sich also weiter (es soll ja Leute geben, die mit MP3-Player wandern und nix hören...), wird er zweifelsohne angreifen.

Ich habe mich wie empfohlen langsam rückwärts entfernt ... eine Hand am Bear Spray, für den Fall der Fälle. Danach bin ich den Weg nicht weiter, sondern zurück eine andere Abzweigung ... mir war erstmal ganz anders und ich wollte ihm nicht noch mal begegnen.

Ich hätte ja gern ein Foto gemacht - war ein einmaliger Anblick wie der Bär am Baum hing, aber ich hatte in dem Moment anderes im Kopf ;)

Schließlich habe ich noch die Dawson Falls und Helmcken Falls besucht - man sieht, welche gewaltigen Mengen Wasser die Flüsse gerade führen. Das sieht selbst in den Reiseführern nicht so eindrucksvoll aus.




Donnerstag, 14. Juni 2012

Duffy Lake Road

Im weiteren Verlauf verließ mich dann aber das Glück. Es wechselte immerzu zwischen mäßigem und starkem Regen - die gesamten 400km von Whistler bis Clearwater von morgens bis abends :/ Das ist sehr schade, denn die Duffy Lake Road gilt als landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich - was man auch erahnen konnte.

Angeblich soll es nach dem Queren des ersten Passes trockener werden (auf der Ostseite dann), doch das war nicht wirklich der Fall. Streckenweise sieht es aber tatsächlich so aus wie in den Bergen von Arizona ... um dann aber rasch wieder grüner zu werden.

In  einem kleinen Kaff gab's sogar nen McDonalds - aber  immerhin mit Stil ;)



Mittwoch, 13. Juni 2012

Nördlich von Vancouver

In Vancouver wollte ich eig mit der Gondel auf einen Berg im Norden, von wo aus man einen herrlichen Blick über die gesamte Stadt und Bucht hat. Allerdings hat das im Nebel nicht allzu viel Sinn :( Also, nix mit Vancouver - d.h. ab nach Norden...

Unterwegs war es ebenfalls ziemlich durchwachsen. Nur der Ort Squamish lag in der Sonne und so habe ich dort eine sehr schöne Wanderung im nahe gelgenen Alice Lake PP an 4 Seen vorbei gemacht. Die Strecke ging durch Wald und Regenwald. Wirklich toll wie vermoost und übergrün die Wälder hier sind.

Schließlich habe ich noch die Brandywine Falls besucht. Die Flüsse und Wasserfälle führen hier natürlich grad ordentlich Wasser.





Vancouver Island (Abreise)

Mein Fazit zu Vancouver Island:
viel Kahlschlag, wenig Sonne, kühl, lange Fahrtstrecken, trotzdem an einigen Stellen wunderschön (besonders Strathcona). Wenn ich mich entscheiden müßte, würde ich aber Tasmanien oder Neuseeland vorziehen. Auch weil es z.B. in NZ für Mehrtageswanderungen Hütten gibt, sodass man kein Zelt mitschleppen muss.

Dienstag, 12. Juni 2012

Vancouver Island (Strathcona Park)

Heute wollte ich mal eine etwas längere Rundtour (ca. 10km) durch die Berge machen, doch etliche Hindernisse stellten sich mir in den Weg. Ein Schild sagte, dass ein Teil des Trails nicht "maintained" sei, also vermutlich zugewachsen. Und dann stellte ich fest, dass die Anfahrt über 6km Allrad-Strecke führt. Ich habe mich mit meinem Wagen drüber gewagt, aber nur weil ich nicht wusste was mich erwartete. Das war nämlich echt übel und ich hatte schon etwas Angst.

Ein Ranger hat mir noch den Tipp gegeben, dass ich auf Schnee treffen werde (also noch ne Fleece-Jacke eingepackt) - und tatsächlich: bis auf 700/800m liegt noch Schnee. Über die anfänglichen Flecken konnte ich noch drüber/drum herum. Doch hinter der Bergkuppe lag grossflächig bis zu 1/2m Schnee - da war kein sicheres Weiterkommen mehr möglich. Der Schnee war zwar fest und gut begehbar, aber ich konnte den Weg nicht mehr erkennen und hätte mich schon nach 50m verlaufen bzw. den Rückweg nicht mehr gefunden.

Also viel die Entscheidung: umkehren. Ich geh zwar gern Risiken ein, aber nur kalkulierbare und tragbare. Das war für mich ebenfalls eine wichtige Erfahrung, zu erkennen, dass ich nicht um jeden Preis meinen Plan durchziehe, sondern Grenzen wahrnehme.

Trotzdem eine schöne Eingewöhnungstour mit ca. 500m Höhendifferenz. Und dass ich hier Mitte Juni durch verschneiten Regenwald wandere, hatte auch seinen Reiz :) Der Strathcona Park im Herzen der Insel war der bisher schönste Teil der Reise und sehr empfehlenswert.





Montag, 11. Juni 2012

Vancouver Island (Pacific Rim NP)

Das Highlight vom Pacific Rim NP ist der etwa 7 tägige West Coast Trail durch die Wildnis. Die Beschreibung erinnert mich stark an den South Coast Trek auf Tasmanien - also sicher nichts für den Anfang ;) Ohne Zelt sowieso unmöglich. Kostet außerdem alles in allem an die 200€ ...

Ich habe mir stattdessen einen schönen Tag am Kennedy Lake gemacht. Das war sehr entspannend und ruhig. Noch schöner fand ich es, als ich mir vorstellte, das sei irgendwo in der Weite Alaskas ...



Freitag, 8. Juni 2012

Vancouver Island (Southwest)

Ich habe eine abgelegene Route entlang der Südwestküste über Port Renfrew nach Port Alberni gewählt. Sie ist über weite Strecken nicht asphaltiert und damit schon mal ein guter Test für den Wagen gewesen (er hat alles super weggesteckt).

Landschaftlich war das aber eher ein Reinfall. Die Straße dient hauptsächlich dem Holztransport und so fährt man die meiste Zeit durch kahl geschlagene Hügel. Was einst Regenwald war, ist nun nackte Erde. Man darf nicht vergessen, dass 19% des BIP aus der Holzindustrie stammt und Kanada für gigantische Umweltzerstörung steht. Allein der Marktführer in Kanada hat Einschlagrechte für ca. 150.000km² (d.h. 400x400km)! Und da man Regenwald nicht schonend ernten kann, heisst das Kahlschlag. Wenn man also auf herrlichen Trails wandert, sollte man sich nicht blenden lassen, was mit diesem Wald ein paar Kilometer weiter passiert.

Allein in den ersten 2 Tagen auf Vancouver Island habe ich bereits 3 Bären gesehen! Das hat mich dazu veranlasst nun stets mein "bear spray" mitzunehmen. Andere Plagegeister sind jedoch bisher kaum anzutreffen: es gibt so gut wie keine Fliegen oder Mücken. Ich hoffe das bleibt so - in Australien hiess es ja auch man könne sich kaum vor denen retten und am Ende war es halb so wild.