Heute wollte ich mal eine etwas längere Rundtour (ca. 10km) durch die Berge machen, doch etliche Hindernisse stellten sich mir in den Weg. Ein Schild sagte, dass ein Teil des Trails nicht "maintained" sei, also vermutlich zugewachsen. Und dann stellte ich fest, dass die Anfahrt über 6km Allrad-Strecke führt. Ich habe mich mit meinem Wagen drüber gewagt, aber nur weil ich nicht wusste was mich erwartete. Das war nämlich echt übel und ich hatte schon etwas Angst.
Ein Ranger hat mir noch den Tipp gegeben, dass ich auf Schnee treffen werde (also noch ne Fleece-Jacke eingepackt) - und tatsächlich: bis auf 700/800m liegt noch Schnee. Über die anfänglichen Flecken konnte ich noch drüber/drum herum. Doch hinter der Bergkuppe lag grossflächig bis zu 1/2m Schnee - da war kein sicheres Weiterkommen mehr möglich. Der Schnee war zwar fest und gut begehbar, aber ich konnte den Weg nicht mehr erkennen und hätte mich schon nach 50m verlaufen bzw. den Rückweg nicht mehr gefunden.
Also viel die Entscheidung: umkehren. Ich geh zwar gern Risiken ein, aber nur kalkulierbare und tragbare. Das war für mich ebenfalls eine wichtige Erfahrung, zu erkennen, dass ich nicht um jeden Preis meinen Plan durchziehe, sondern Grenzen wahrnehme.
Trotzdem eine schöne Eingewöhnungstour mit ca. 500m Höhendifferenz. Und dass ich hier Mitte Juni durch verschneiten Regenwald wandere, hatte auch seinen Reiz :) Der Strathcona Park im Herzen der Insel war der bisher schönste Teil der Reise und sehr empfehlenswert.
Dienstag, 12. Juni 2012
Montag, 11. Juni 2012
Vancouver Island (Pacific Rim NP)
Das Highlight vom Pacific Rim NP ist der etwa 7 tägige West Coast Trail durch die Wildnis. Die Beschreibung erinnert mich stark an den South Coast Trek auf Tasmanien - also sicher nichts für den Anfang ;) Ohne Zelt sowieso unmöglich. Kostet außerdem alles in allem an die 200€ ...
Ich habe mir stattdessen einen schönen Tag am Kennedy Lake gemacht. Das war sehr entspannend und ruhig. Noch schöner fand ich es, als ich mir vorstellte, das sei irgendwo in der Weite Alaskas ...
Ich habe mir stattdessen einen schönen Tag am Kennedy Lake gemacht. Das war sehr entspannend und ruhig. Noch schöner fand ich es, als ich mir vorstellte, das sei irgendwo in der Weite Alaskas ...
Freitag, 8. Juni 2012
Vancouver Island (Southwest)
Ich habe eine abgelegene Route entlang der Südwestküste über Port Renfrew nach Port Alberni gewählt. Sie ist über weite Strecken nicht asphaltiert und damit schon mal ein guter Test für den Wagen gewesen (er hat alles super weggesteckt).
Landschaftlich war das aber eher ein Reinfall. Die Straße dient hauptsächlich dem Holztransport und so fährt man die meiste Zeit durch kahl geschlagene Hügel. Was einst Regenwald war, ist nun nackte Erde. Man darf nicht vergessen, dass 19% des BIP aus der Holzindustrie stammt und Kanada für gigantische Umweltzerstörung steht. Allein der Marktführer in Kanada hat Einschlagrechte für ca. 150.000km² (d.h. 400x400km)! Und da man Regenwald nicht schonend ernten kann, heisst das Kahlschlag. Wenn man also auf herrlichen Trails wandert, sollte man sich nicht blenden lassen, was mit diesem Wald ein paar Kilometer weiter passiert.
Allein in den ersten 2 Tagen auf Vancouver Island habe ich bereits 3 Bären gesehen! Das hat mich dazu veranlasst nun stets mein "bear spray" mitzunehmen. Andere Plagegeister sind jedoch bisher kaum anzutreffen: es gibt so gut wie keine Fliegen oder Mücken. Ich hoffe das bleibt so - in Australien hiess es ja auch man könne sich kaum vor denen retten und am Ende war es halb so wild.
Landschaftlich war das aber eher ein Reinfall. Die Straße dient hauptsächlich dem Holztransport und so fährt man die meiste Zeit durch kahl geschlagene Hügel. Was einst Regenwald war, ist nun nackte Erde. Man darf nicht vergessen, dass 19% des BIP aus der Holzindustrie stammt und Kanada für gigantische Umweltzerstörung steht. Allein der Marktführer in Kanada hat Einschlagrechte für ca. 150.000km² (d.h. 400x400km)! Und da man Regenwald nicht schonend ernten kann, heisst das Kahlschlag. Wenn man also auf herrlichen Trails wandert, sollte man sich nicht blenden lassen, was mit diesem Wald ein paar Kilometer weiter passiert.
Allein in den ersten 2 Tagen auf Vancouver Island habe ich bereits 3 Bären gesehen! Das hat mich dazu veranlasst nun stets mein "bear spray" mitzunehmen. Andere Plagegeister sind jedoch bisher kaum anzutreffen: es gibt so gut wie keine Fliegen oder Mücken. Ich hoffe das bleibt so - in Australien hiess es ja auch man könne sich kaum vor denen retten und am Ende war es halb so wild.
Vancouver Island (Ankunft)
Der Grenzübergang nach Kanada war völlig unproblematisch (der Check in den USA hat dagegen über 2 Stunden gedauert) und somit konnte ich direkt mit BC Ferries nach Vancouver Island übersetzen. Dafür habe ich die schönste Route von Tsawwassen nach Swartz Bay gewählt, die mitten durch kleinere vorgelagerte Inseln verläuft.
Und dann kam der Augenblick: mein erster Ausflug in die Natur :) Nur ein kleiner Provincial Park, aber ein wunderschöner Waldspaziergang - endlich keine Häuser, keine Menschen und kein Trubel mehr. Ein wahrer Genuss, war total glücklich :)
Eigentlich wollte ich heute auch das erste Mal draussen im Wagen schlafen, aber auf der Suche nach einem abgelegenen Fleckchen war ich eh ich mich versah in Downtown Victoria (das ist übrigens die Hauptstadt von British Columbia). Nun denn, also ein weiteres Mal im Hostel - aber morgen ... da ist es dann so weit :) Freu mich schon riesig drauf endlich völlig unabhängig zu sein.
Und dann kam der Augenblick: mein erster Ausflug in die Natur :) Nur ein kleiner Provincial Park, aber ein wunderschöner Waldspaziergang - endlich keine Häuser, keine Menschen und kein Trubel mehr. Ein wahrer Genuss, war total glücklich :)
Eigentlich wollte ich heute auch das erste Mal draussen im Wagen schlafen, aber auf der Suche nach einem abgelegenen Fleckchen war ich eh ich mich versah in Downtown Victoria (das ist übrigens die Hauptstadt von British Columbia). Nun denn, also ein weiteres Mal im Hostel - aber morgen ... da ist es dann so weit :) Freu mich schon riesig drauf endlich völlig unabhängig zu sein.
Mittwoch, 6. Juni 2012
Auto & Ausrüstung
Wenn man den ganzen Tag Zeit hat gehen selbst umfangreiche Erledigungen recht schnell von der Hand.
Ich kann kaum glauben, dass ich erst 5 Tage hier bin! Ich habe bereits ein Konto eröffnet, Geld aus D transferiert, eine Mobilfunkkarte gekauft, ein Auto gekauft, eine Autoversicherung abgeschlossen, eine Matraze und Schlafzeug organisiert, Campingausrüstung (Tisch, Kocher, Geschirr, etc) und Lebensmittel besorgt. Außerdem noch eine Brettkonstruktion ins Auto gelegt, damit ich auch waagerecht schlafen kann. Ich bin ziemlich zufrieden und habe eig alles gefunden, was ich wollte - dank WalMart, Target, HomeDepot und Safeway.
Mein Auto ist ein roter 1998er Ford Escort - ein kleiner Kombi ("Station Wagon") mit 220.000km aufm Tacho (für amerik. Verhältnisse nicht übermäßig viel). Hauptgrund für den Kauf war der extrem geringe Verbrauch von 34 MPG (miles per gallon) d.h. ungefähr 6,9l. Bin mal gespannt auf die erste Tankfüllung und den tatsächlichen Wert. Aber so werde ich ca. 700€ Spritkosten sparen gegenüber meiner Planung.
Dafür hat er allerdings Schaltgetriebe, kein ABS und auch keine Zentralverriegelung. Bezahlt habe ich 3300€ inkl. aller Steuern und Formularien. Konnte den Händler immerhin von 4500$ auf 4100$ runter handeln. Da ich ca.1200-1300€ Wertverlust einkalkuliert habe, sollte das passen.
KfZ-Versicherungen sind hier übringens wirklich sauteuer. Ich zahle 100€ pro Monat (!) für Haftpflicht! Das Rabattsystem ist nicht so ausgeklügelt wie bei uns, sowas wie SF-Klasse gibts hier nicht - wichtig ist, dass man eine Vorversicherung hat und keinen Unfall in den letzten 3/5/10 Jahren. Komischerweise gibts für nen PayPal Account 10% Rabatt ... für Unfallfreiheit aber wohl auch nur 20% oder so :/
Der $-Kurs ist übrigens grad ne Katastrophe dank Eurokrise, das frisst so manche Ersparnis wieder auf.
Besonder gefällt mir, wenn ich bei meinen Erledigungen mich mit den Leuten unterhalte und ich das Gefühl habe, man merkt mir gar nicht an, dass ich Ausländer/Besucher bin. So wie ich jetzt eingerichtet bin, habe ich fast das Gefühl ich gehöre dazu :) Das zeigt mir aber auch wieder einmal, wie wichtig die Sprachkenntnisse sind - ohne die wäre das alles nie so reibungslos gelaufen. Das war mir damals in Australien auch schon aufgefallen. Aber so ist es echt easy :)
Ich kann kaum glauben, dass ich erst 5 Tage hier bin! Ich habe bereits ein Konto eröffnet, Geld aus D transferiert, eine Mobilfunkkarte gekauft, ein Auto gekauft, eine Autoversicherung abgeschlossen, eine Matraze und Schlafzeug organisiert, Campingausrüstung (Tisch, Kocher, Geschirr, etc) und Lebensmittel besorgt. Außerdem noch eine Brettkonstruktion ins Auto gelegt, damit ich auch waagerecht schlafen kann. Ich bin ziemlich zufrieden und habe eig alles gefunden, was ich wollte - dank WalMart, Target, HomeDepot und Safeway.
Mein Auto ist ein roter 1998er Ford Escort - ein kleiner Kombi ("Station Wagon") mit 220.000km aufm Tacho (für amerik. Verhältnisse nicht übermäßig viel). Hauptgrund für den Kauf war der extrem geringe Verbrauch von 34 MPG (miles per gallon) d.h. ungefähr 6,9l. Bin mal gespannt auf die erste Tankfüllung und den tatsächlichen Wert. Aber so werde ich ca. 700€ Spritkosten sparen gegenüber meiner Planung.
Dafür hat er allerdings Schaltgetriebe, kein ABS und auch keine Zentralverriegelung. Bezahlt habe ich 3300€ inkl. aller Steuern und Formularien. Konnte den Händler immerhin von 4500$ auf 4100$ runter handeln. Da ich ca.1200-1300€ Wertverlust einkalkuliert habe, sollte das passen.
KfZ-Versicherungen sind hier übringens wirklich sauteuer. Ich zahle 100€ pro Monat (!) für Haftpflicht! Das Rabattsystem ist nicht so ausgeklügelt wie bei uns, sowas wie SF-Klasse gibts hier nicht - wichtig ist, dass man eine Vorversicherung hat und keinen Unfall in den letzten 3/5/10 Jahren. Komischerweise gibts für nen PayPal Account 10% Rabatt ... für Unfallfreiheit aber wohl auch nur 20% oder so :/
Der $-Kurs ist übrigens grad ne Katastrophe dank Eurokrise, das frisst so manche Ersparnis wieder auf.
Besonder gefällt mir, wenn ich bei meinen Erledigungen mich mit den Leuten unterhalte und ich das Gefühl habe, man merkt mir gar nicht an, dass ich Ausländer/Besucher bin. So wie ich jetzt eingerichtet bin, habe ich fast das Gefühl ich gehöre dazu :) Das zeigt mir aber auch wieder einmal, wie wichtig die Sprachkenntnisse sind - ohne die wäre das alles nie so reibungslos gelaufen. Das war mir damals in Australien auch schon aufgefallen. Aber so ist es echt easy :)
Samstag, 2. Juni 2012
Seattle
Ich bin inzwischen wohlbehalten in Seattle angekommen.
Neben organisatorischen Dingen wie z.B. Kontoeröffnung konnte ich auch schon etwas Sightseeing unternehmen. Ich war auf der sog. Space Needle von wo aus man einen guten Blick auf die Stadt hat.
Und gerade knabbere ich an meinem lecker Graubrot, welches ich überglücklich von einem französischen Bäcker erstanden habe. Mal sehen, ob ich den Dönerladen den es hier geben soll auch noch finde ... :)
Nun beginnt der kniffelige Teil des Auto- und Ausrüstungskaufs.
Neben organisatorischen Dingen wie z.B. Kontoeröffnung konnte ich auch schon etwas Sightseeing unternehmen. Ich war auf der sog. Space Needle von wo aus man einen guten Blick auf die Stadt hat.
Und gerade knabbere ich an meinem lecker Graubrot, welches ich überglücklich von einem französischen Bäcker erstanden habe. Mal sehen, ob ich den Dönerladen den es hier geben soll auch noch finde ... :)
Nun beginnt der kniffelige Teil des Auto- und Ausrüstungskaufs.
Freitag, 1. Juni 2012
Abreise
Die letzten Tage waren extrem stressig. Zum einen dauerte der Umzug etwas länger, da ich auch meine Küche transportieren musste und zum anderen war das Streichen der Wohnung wesentlich aufwändiger als geplant. Ohne die Hilfe meiner Familie und Freunden aus der Firma hätte ich das gar nicht alleine geschafft.
Nun aber bin ich am Flughafen und habe eingecheckt.
Ich muss zugeben, dass das was ich zur Zeit verspüre, (noch) keine Vorfreude ist, sondern mehr Angst vor dem Ungewissen und Zweifel, ob das wirklich das Richtige ist. So ziemlich jeder beneidet mich zwar, aber es ist was anderes ob man jmd kennt der sowas macht oder ob man es selber tut.
Wenn ich zurück denke, stelle ich fest, dass die aktuelle Reise unter ganz anderen Voraussetzung stattfindet als meine letzte. Damals hatte ich nichts von Wert, nichts das mich gehalten hat. Der Abschied fiel leicht.
Glücklicherweise ist das heute ganz anders. Das wird mir erst gerade bewusst. Ich lasse diesmal einiges zurück: ich habe Freunde im Freizeit Club, meine feste Spielegruppe in Neuss, meine ehemalige Therapiegruppe, bin viel aktiver als früher. Heute habe ich etwas zu vermissen, was ich auch schon tue ...
Ich bin mir aber ganz sicher, dass es auch diesmal so sein wird, dass ich viel Freude haben werde, wenn ich mich erstmal drüben eingefunden und eingelebt habe. Das wiederum zeigt mir, dass man sich nicht von Zweifeln verrückt machen darf - eine Erkenntnis, die vlt auch bei vielen anderen Entscheidungen im Leben (auch Kleinigkeiten) helfen kann ...
Nun aber bin ich am Flughafen und habe eingecheckt.
Ich muss zugeben, dass das was ich zur Zeit verspüre, (noch) keine Vorfreude ist, sondern mehr Angst vor dem Ungewissen und Zweifel, ob das wirklich das Richtige ist. So ziemlich jeder beneidet mich zwar, aber es ist was anderes ob man jmd kennt der sowas macht oder ob man es selber tut.
Wenn ich zurück denke, stelle ich fest, dass die aktuelle Reise unter ganz anderen Voraussetzung stattfindet als meine letzte. Damals hatte ich nichts von Wert, nichts das mich gehalten hat. Der Abschied fiel leicht.
Glücklicherweise ist das heute ganz anders. Das wird mir erst gerade bewusst. Ich lasse diesmal einiges zurück: ich habe Freunde im Freizeit Club, meine feste Spielegruppe in Neuss, meine ehemalige Therapiegruppe, bin viel aktiver als früher. Heute habe ich etwas zu vermissen, was ich auch schon tue ...
Ich bin mir aber ganz sicher, dass es auch diesmal so sein wird, dass ich viel Freude haben werde, wenn ich mich erstmal drüben eingefunden und eingelebt habe. Das wiederum zeigt mir, dass man sich nicht von Zweifeln verrückt machen darf - eine Erkenntnis, die vlt auch bei vielen anderen Entscheidungen im Leben (auch Kleinigkeiten) helfen kann ...
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