Samstag, 22. September 2012

Gunnison NP / Curecanti NRA

Dieser Eintrag beschriebt zum einen den "Black Canyon of the Gunnison NP" und auch die "Curecanti NRA" (National Recreation Area), die aneinander angrenzen.

Gott, bin ich froh, dass ich den Umweg durch das Hochgebirge von Colorado gemacht habe! Eig wollte ich nur 1-2 Tage "totschlagen", da ich ja noch etwas Zeit über habe; und da dachte ich mir, fährste halt einfach auf ner "scenic route" durch das Land. Daraus werden wohl eher 3 Tage werden :D

Und wie Scencic die hier ist - das Timing ist perfekt: wegen der Dürre sind die Laubbäume etwas früh dran mit Laub abwerfen, außerdem ist hier oben die Hitze noch auszuhalten. Da ich fast ständig über 2500m hoch bin, ist es 25 Grad kühler als auf Meereshöhe. In Page am Lake Mead z.B. sind noch 34 Grad ...

Heute war ich an der Schlucht des Gunnison Flusses. Ich war ja schon 2004 mit dem Andre mal da (auf der anderen Seite) - da war sie mir gar nicht so toll in Erinnerung. Doch jetzt, zur perfekten Tageszeit, zur perfekten Jahreszeit und bei herrlichem Wetter und ausreichend Muße, habe ich eine phantastische Wanderung (Crystal Creek Trail) zu einem Aussichtspunkt über der Schlucht gemacht.

Die Landschaft auf dem Weg dorthin war traumhaft schön und abwechslungsreich: Büsche, verschiedene Nadelbäume, Birken, ...immer wieder schattige Stückchen ... Blätter regneten von den Bäumen - herrlich. Und die Sicht in die Schlucht war ebenfalls lohnenswert. Dort habe ich auch ein Paar Geier erspäht, die an der Felswand hausten.

Ich bin einfach überwältigt, wie gut alles läuft :) Inzwischen bin ich reichlich für das schlechte Wetter in Alaska entschädigt worden ... es hat seit 1 Monat nicht mehr geregnet :)









Freitag, 21. September 2012

Top of the Rockies

Ich habe den Eintrag mal "Top of the Rockies" genannt; zum Einen weil einer der Highways diesen Spitznamen hat und zum Anderen, weil es die Gegend gut beschreibt. Eig braucht man fast gar nicht in den Rocky Mtn NP (außer für die Wanderwege); man hat hier ähnliche Landschaft und ist genauso hoch: der höchste Paß ist 3685m und man bewegt sich meist auf über 3000m. Hier trifft man auch den Oberlauf des Colorado River - kaum vorzustellen, dass dieser recht kleine Fluss/große Bach weiter unten den Grand Canyon formt.

Obwohl es schon Ende September ist trifft man selbst in dieser Höhe mit Gipfeln von über 4000m keine Schneeflocke an. Ich vermute, dass das auch mit der Dürre zu tun hat - ohne Niederschlag kein Schnee. Denn ich dachte doch, dass hier spätestens im Oktober die Skisaison losgeht. Schließlich bin ich durch so illustre Orte wie Aspen gefahren. Der Ort hat wirklich Flair. Villen und es wirkt sehr erholsam dort, allerdings riecht es auch förmlich nach Geld und ein Tag dort im Winter würde wohl mein Monatsbudget sprengen.

Besonders toll fand ich, dass es die ganze Zeit wirklich herbstlich ist; überall strahlt es gelb, orange, braun, rot, hellgrün. Das macht irre Spaß hier lang zu fahren. Leider ist es aber auch oft recht diesig, was es fast unmöglich macht, mittags Fotos zu machen.









Donnerstag, 20. September 2012

Rocky Mountain NP

Nachdem ich mir gestern mal einen "freien" Tag mit Kino, Besorgungen machen etc. gegönnt habe nach der vielen Fahrerei die letzte Woche, ging es nun in den Rocky Mountain Park.

19.9.12:
Heute war ich im östlichen, unteren Teil - und ratet mal was es dort zu sehen gab. Herrlich herbstliche Laubbäume! Das war so schööön, ich war echt überglücklich :) 80-90% des Waldes sind zwar immer noch Nadelwald aber die Laubflächen geben besonders vom Morgenlicht angestrahlt ein tolles Bild ab. Ich habe dann am Bear Lake eine 15km Runde zu diversen Seen gemacht; genau die richtige Länge für eine Tagestour.
























20.9.12:
Heute bin ich auf die Westseite des Parks gefahren, über den 3713m hohen Paß! Da oben gibt es sogar Wanderwege - zum Glück mit nur leichter Steigung. In dieser Höhe versetzen einen selbst geringe Anstiege in Atemnot. Obwohl ich ja eig durch zahlreiche Wanderungen in 2000-2500m aklimatisiert sein sollte, merkt man die Höhe doch schon ganz ordentlich. Der Druck am höchsten Punkt war nur 650 mbar - d.h. 36% weniger Druck und Sauerstoff als auf Meereshöhe!

Das hat die Murmeltier-Familie, die sich da oben rumtrieb, aber nicht gestört. Wieder ein neues Wildtier auf meiner Liste :) Eines war emsig am Futter sammeln - der Sommer ist hier schließlich kurz. Die Wachstumsphase dauert im Extremfall nur 4 Wochen. Es werden hier oben Windgeschwindigleiten von 150-200 km/h erreicht und jede Nacht herrscht Frost. Deswegen gleicht die Vegtation hier der arktischen Tundra.







Montag, 17. September 2012

Wind Cave NP

Auf der Fahrt zum Wind Cave NP bin ich durch den Custer State Park gefahren, der direkt daran angrenzt. Das ist quasi wie ein offener Zoo; hier sind auf kleinem Raum unheimlich viele Wildtiere angesiedelt - Bison, Rehe, Moorhühner, ... hat mich sehr positiv überrascht der Park. Auch landschaftlich deutlich feuchter und "lebendiger" als die Umgebung.

Dann habe ich eine Tour durch die Wind Cave gemacht. Alleine kann man da leider nicht rein - es ist die komplexeste Höhle der Welt. Auf nur gut 2 km² Fläche befinden sich mehrere hundert km Höhlengänge! Siehe einen Ausschnitt der Karte; die Farben geben die unterschiedlichen Ebenen an. Man vermutet, dass nur ca. 5% überhaupt erst entdeckt sind. Das weiß man, da die Höhle nur eine einzige natürliche Öffnung von weniger als einem qm hat. Wegen des wechselnden Außendrucks "atmet" die Höhle durch dieses Loch mit bis zu 70 km/h (daher der Name). Daraus kann man mathem. das Volumen berechnen ....

Das besondere in dieser Höhle sind die sog. Boxworks. Das sind filigrane Strukturen, die dadurch entstanden, dass in den Ritzen des Sandsteins festeres Material gebildet wurde, als der Sandstein selber. Letzterer wurde weggeätzt und zurück blieben die hauchdünnen Stege.

Später war ich dann auch noch auf einer Tour durch die Jewel Cave in der Nähe (es gibt hier noch etliche weitere Höhlen). Diese besitzt sehr viel Kristallstrukturen (daher der Name). Das ich die Wind Cave besser fand lag wohl hauptsächlich am Guide: sie hat noch ein wenig interessanter und engagierter erklärt und vor allem war nicht so streng wenn man sich mal etwas zurückfallen ließ - ich finde die Stille und "Solitude" (Abgeschiedenheit/Einsamkeit) in einer Höhle einfach ein wichtiges Element.








Sonntag, 16. September 2012

Badlands NP

Badlands - das klingt irgendwie nicht einladend. In der Tat ist dieses Gebiet auf den ersten Blick eine Sandsteinwüste. Aber durch die Erosion sind hier bizarre Felsformationen entstanden durch die man aus nächster Nähe durchfahren und auch durchwandern kann. Dabei muss man hier nicht mal auf den Wanderwegen bleiben, sondern kann langgehen wo man will. Der Ranger sagte, die Erosion macht eh alles schneller kaputt, als der Mensch das könnte.

Neben den Felsen gibt es auch viel trockenes Gras, sodass man auch einiges Haarwild sieht. Und es gibt auch Klapperschlangen, von denen ich aber zum Glück nichts bemerkt habe.









Samstag, 15. September 2012

Black Hills (Mt. Rushmore)

Die Black Hills sind ein für Oglala Lakota Indianer heiliges Gebiet von (eher dunkelgrauen) Felshügeln, die an sich schon ulkig und schön geformt sind. Hier wurden (ich glaube in den 40ern) das Wahrzeichen von South Dakota - die 4 Präsidentenköpfe von Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt - in den Fels gesprengt und gehauen. Bei soviel Pathos ist natürlich eine auffällig hohe Zahl an Polizeibeamten (und Verbotsschildern) zugegen.

Fast noch eindrucksvoller, wenngleich noch nicht vollendet, ist die im Bau befindliche Statue von Crazy Horse. Diese wurde von den Lakota Indianern in Auftrag gegeben; zum Einen um zu zeigen, dass auch die Indianer ihre Heldenfiguren haben und um halt einen der Ihren zu ehren.

Der Bau wurde zunächst als ein-Mann-Projekt 1948 (!) begonnen. Nach seinem Tod 1982 baut die Familie den Koloss weiter (nach dem vorhandenen Modell - siehe Foto). Es ist komplett privat finanziert, deshalb auch die lange Bauzeit von inzwischen über 60 Jahren. Das Gesicht und die Oberseite des Arms sind fertig und es sieht so aus, als würde es nur noch 1-2 Jahrzehnte brauchen. Das Denkmal ist das weltweit Größte, mit einer Höhe von fast 180m !!

Der Geleittext endet mit den berühmten Worten von Crazy Horse auf die Frage, wo das Land der Indianer geblieben ist: "My lands are where my dead lie buried."





Freitag, 14. September 2012

Weiter nach Osten

Auf dem Weg weiter nach Osten ist erneut auffällig: Eine Nord-Süd-Bergkette trennt das Klima und die Vegetation in zwei völlig verschiedene Zonen. Diesmal bildet die sog. Continental Divide die Trennlinie. Das ist eine virtuelle Linie, die die Wasserscheide zwischen Altantik und Pazifik darstellt. Links fliesst alles Wasser in den Pazifik, rechts alles irgendwann in den Atlantik.

Sobald man über diese Hügel hinweg ist, wird es östlich sehr schnell immer trockener. Erst noch Wald, dann 30km weiter nur noch nackter Fels. Allerdings hat dieses Gebiet auch seinen Reiz: die Formationen sind erneut sehr farbenfroh wie man sie aus dem Südwesten kennt - lila, rot, gelbe Hügel. Auch die Hoodoos und andere Säulen sieht man. Auf dichtestem Raum hat man dies im sog. "Hell's Half Acre" - ein nur 1km² großes Gebiet, das echt total bizarr aussieht.

Noch weiter östlich ist es dann aber wirklich nur noch trostlos. Diese Landschaft aus Sagebush ist allerdings wichtiges Buschland für etliche Tiere. Man sieht auch tatsächlich sehr oft Rehe (oder ähnliches). Etwas interessanter ist es dann erst wieder im Thunder Basin Grassland. Ansonsten fällt die hohe Konzentration an kleinen Ölfördertürmen (wie in Wildwestfilmen) und Kohlefördergruben auf.