Mittwoch, 19. Dezember 2007

Penguin Island








Die letzten 2 Tage habe ich auf meine neue Kamera (Panasonic Lumix DMC-FZ50) gewartet und viel mit Lesen verbracht - einmal etwas zu lange, sodass ich beide Autobatterien leer gesaugt habe. So musste ich (zum Glück nur) eine Stunde warten, bis mir jemand Starthilfe geben konnte.

Die Kamera hält bis jetzt eindeutig, was ich mir versprochen habe - excellenter, schneller (da manueller) 12x Zoom mit Bildstabilisierung gegen Verwackeln. Anders hätte ich viele der Bilder von Penguin Island gar nicht machen können.

Die Insel 40km südl. von Perth heisst nicht nur so, sondern es gibt dort wirklich die kleinsten Pinguine (kaum mehr als Hand-gross) - wirklich supersüß die Kleinen. Daneben gibt es dort noch eine Pelikan-Kolonie, sowie 200m weiter eine Insel mit Seelöwen und davor wiederum schwimmen Delphine ... zudem sind die Inseln mit einem Haufen kleinerer möwenartiger Vögel besiedelt. Mehr Tiere auf einem Fleck geht kaum ;) Wirklich empfehlenswert!

Freitag, 14. Dezember 2007

Perth Hills








Perth wird landeinwärts von der Darling Range flankiert - einer ich schätze mal ca. 300m hohen Hügelkette. Einige der kleineren Parks liegen sogar noch im Stadtgebiet.
Sie sind nicht wirklich spektakulär, aber für die Städter schöne Naherholungsgebiete. Und man hat eine prima Aussicht auf die Stadt. Ich habe mir John Forest NP (15km Wanderung), Avon Valley NP (nur durchgefahren), Gooseberry Hill NP (den sog. Zig Zag Drive) und Lesmurdie NP angeschaut.

Besonders hier in Stadtnähe ist die Erschließung und damit einhergehende Verschandelung vieler Naturschönheiten besonders gut zu beobachten. Ich finde es schon ziemlich pervers, wie Asphaltwanderwege mit Brücken über 2m tiefe Gräben zu eingezäunten Plattformen Aussicht auf Wasserfälle bieten, die z.B. mit Betonabsperrungen versehen sind, damit auch ja niemand an die Wasserfallkante tritt. Leider zeigt sich eine ähnliche Entwicklung auch in anderen abgelegeneren Parks (wenn auch weit abgeschwächter). Ich befürchte, dass in ein oder zwei Jahrzehnten auch die letzte Naturschönheit "Rollstuhlfahrer-tauglich" erschlossen ist. Es wird dabei vergessen, dass für viele Leute der Weg das Ziel ist und eine schöne Aussicht nur der krönende Abschluss einer beschwerlichen Tour ist und ohne selbige vieles an Reiz verliert, wenn man Highlights aus einem Seitenfenster des klimatisierten Busses betrachtet.

Da mit der Erschließung natürlich auch mehr Verkehr und Leute kommen, kontert man mit 100fachen Verbots- und Warnschildern. Einige Kommunen schaffen es, jeden Feldweg mit einem "No Camping" oder "No Entry" Schild zu versehen. Außerdem besteht Western Australia eigentlich nur aus einem Mosaik von Gefahrengebieten. Anfangs noch entzückt habe ich begonnen, alle Warnschilderarten (sog. "Risk Areas") zu fotografieren. Ob der grossen Zahl, muss ich die Aktion wohl bald abbrechen. Es gibt Swimming / Cave / Water / Poison / Cliff / Gorge / Waterfall / Theft / ... Risk Areas.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Geraldton -> Perth






Die Gegend ab etwas nördlich von Geraldton ist sehr Farming-dominiert, aber auch Wein wird angebaut. Als ich auf einer Nebenroute so durch das Chapman valley fuhr, wirkten die Landschaft und die Dörfer sehr idyllisch und ich war fast geneigt, dort nach Arbeit zu fragen. Ein Markenzeichen besonders der Gegend um Greenough sind die sog. "Leaning Trees" - vom Wind schief wachsende Bäume.

Es gibt hier viele kleine Nationalparks, doch die meisten sind völlig unerschlossen (keine Schilder, manchmal nicht mal Wege hindurch). Im Drovers cave NP habe ich mich auf die Suche nach besagten Höhlen gemacht und sie erst nach einer Stunde suchen wegen mangelnder Schilder gefunden. Das Betreten habe ich dann aber seien gelassen, da der Eingang nur so von Bienenvölkern wimmelte und ausdrücklich vor aggressiven Wildbienen gewarnt wurde. Ich weiß aus eigener Erfahrung von Cape York wie hartnäckig die attackieren können ... als also die ersten 3-4 um mich herumschwirrten, bin ich lieber wieder verduftet. Das unscharfe Bild ist also teilweiswe durch meinen fluchtartigen Rückzug zu erklären ;)

Die meisten Parks schützen die Unzahl an Wildpflanzen - erstaunlicherweise ist diese Heide-artige Landschaft nämlich mit über 900 Pflanzenarten ebenso artenreich wie der Regenwald. Hier gleicht kaum ein Strauch dem anderen ...

Kurz vor Perth wird es dann eindeutig waldiger, die ersten echten Bäume tauchen auf. Hier liegt auch der Yanchep NP, ein Erholungspark für die Städter. Hier habe ich die ersten Koalas gesehen und zahlreiche andere Tiere aus der Nähe.

Samstag, 8. Dezember 2007

Pinnacles






Diese bizarren Säulen im Nambung NP sind die Reste einer Sandsteinschicht, die unter Sanddünen begraben lag und nun vom Wind freigepustet ist (hier gibt es übrigens einige Wanderdünen in der Gegend).

Die Landschaft wirkt derart skurill, dass man sich wie in einer Filmkulisse vorkommt, wenn man hindurch wandert. Man kann mit dem Auto auf einem festen Weg hindurchfahren oder zu Fuss herumlaufen.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Kalbarri NP








Kalbarri liegt in einer Region, die für ihre Wildblumen berühmt ist. Diese blühen am stärksten von Juli bis Septemer, aber auch noch bis November. Selbst jetzt Anfang Dezember sind noch vereinzelte Blüten zu sehen und man kann sich ein wenig vorstellen, wie fantastisch es im Frühling aussehen muss, wenn alles bunt ist.

Der Nationalpark bietet zum Einen Lookouts. Den "Z Bend", wo der Fluss einen Zickzack-Kurs macht (s. Panoramafoto) oder "Nature's Window", einem Loch im Felsen, das wie durch ein Fenster auf den Fluss blicken läßt. Dieser fließt seltsamerweise schon nicht mehr, obwohl hier die nassen Monate gerade erst vorrüber sind. Am Ende seiner Tage wird er nur noch von salzigem Grundwasser gespeist, weshalb er Salzkrusten im Flussbett zurückläßt.

Das Highlight ist auf jeden Fall der 8km lange Loop Walk von Nature's Window aus entlang der Kliffkante und dann im Bogen zurück unten im Flussbett. Die Aussicht war hervorragend, die Temperaturen auch zur Mittagszeit noch angenehm (ich bin mit 0,5l Wasser ausgekommen - das brauche ich sonst schon nach dem Schuhe anziehen ...). Im Frühling mit den Blüten und fließendem Wasser bestimmt traumhaft.

Die zerklüftete Küste schließlich bietet Aussichten auf ausgewaschene Steininseln, -brücken und sonstige Felsformationen. Durch den kontinuierlichen starken Wind (wie ich inzwischen weiß weht er den ganzen Sommer unaufhörlich), ist es ein Surfparadies. Die 2m hohen Brecher türmen sich schon weit draußen auf und bieten 1a Surfvergnügen. Vielleicht werde ich es die Tage auch mal probieren ...

Dienstag, 4. Dezember 2007

Shark Bay










Diese Halbinsel hat einiges zu bieten: zum einen wachsen in dieser Bucht die nur an zwei Orten auf der Welt noch vorkommenden Stromatoliten - etwa 3,5 Mrd. Jahre alte Mikroorganismen, die korallenartige Säulen/Matten im seichten Wasser bilden. Diese haben damals die Atmosphäre mit Sauerstoff angereichert. Man sieht übrigens noch die Spuren, die Karren im 19. Jhd. hinterlassen haben.

Ferner liegt an der Nordspitze der Francois Peron NP. Die 4WD (Allrad) Wege sind komplett sandig - mal eine Abwechslung zu den meist steinigen Schotterpisten. Die Landschaft ist eintönig, doch die Küsten atemberaubend schön: mehrere Schattierungen von türkis mit weißem/grauem Sand vor roten Dünen. Doch beständig bläst weiterhin ein sturmartiger Wind mit ca. 50 km/h und ich habe mir sagen lassen, dass geht praktisch die ganze Westküste so. Ein leichte Brise ist ja angenehm, aber das ist schon manchmal schwierig, zumal man geradezu Sandstrahl-geblasen wird, wenn man sich mal hinsetzt.

Und nicht zuletzt gibt es hier Monkey Mia. Dorthin kommen täglich Delphine in Strandnähe, wo sie gefüttert werden - aber nur die erwachsenen Weibchen und auch nur 25% ihres Tagesbedarfs, damit sie das selbständige Jagen nicht verlernen. Außerdem tummeln sich dort auch noch viele Pelikane.

Montag, 3. Dezember 2007

Cape Range NP / Ningaloo Reef






Der Cape Range NP verläuft entlang des Ningaloo Reefs, welches nur wenige 100m vor der Küste liegt, und oft bis an (auf) den Strand reicht!
Hier kann man sich in einfacher Schnorchelausrüstung von der (starken) Strömung übers Riff treiben lassen. Für Nicht-Taucher ist das sicherlich etwas ganz Besonderes. Man sieht verschiedene Korallenarten und auch ein paar kleine und sogar größere Fische - z.B. Papagaienfische. Ist aber natürlich nicht mit Ägypten oder so zu vergleichen ...

Ansonsten habe ich noch nie so viele "no camping" Schilder mit Strafandrohungen zwischen 100$ und 1000$ gesehen. Die Gegend hat tolle Strände, ständig kühlen Wind, aber ich empfand die Freiheiten hier etwas eingeschränkt.

In Coral Bay etwas südlich wollte ich dann Tauchen gehen, doch es gab nur einen Anbieter, der für einen einzigen Tauchgang 110€ verlangte (ca. 3x soviel wie üblich)! So bleiben gemischte Gefühle von diesem Gebiet - schön waren jedoch die entspannenden Leseabende am Strand bei Sonnenuntergang :)

P.S.: Hier habe ich das erste Mal ein Echidna gesehen.